Bewusstsein



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Dalai Lama, Die Liebe, Quelle des Glücks, Herder Verlag (2005).

Die Natur des Wassers wird auch durch noch so üblen Schmutz nicht verunreinigt. Auf die gleiche Weise wird die Natur eines noch so aufgewühlten Geistes nicht durch die Befleckungen verunreinigt. Der Geist des klaren Lichtes eines jeden Lebewesen wird auch durch leidbringende Emotionen wie Hass oder Begierde nicht verunreinigt.

 

Um dazu in der Lage zu sein, müssen Sie zuerst eine Fähigkeit entwickeln, Ihre Gedanken zu beobachten, denn solange Ihr ganzes Bewusstsein in begriffliches Denken verstrickt ist, wird es schwierig sein, dass ein Gedanke einen Gedanken beobachten kann. Wenn Sie jedoch, sobald Gedanken auftauchen, davon ein Beobachter, der die Gedanken betrachtet, abzweigen können, dann werden Sie nach und nach eine Fähigkeit Ihres Bewusstseins entwickeln, Bewusstsein zu beobachten. Dann wird auch in Augenblicken des Hasses ein teil dieses hasserfüllten Geistes dazu in der Lage sein, aus dem hass herauszutreten. Wenn Sie Vertrautheit mit Ihrem Bewusstsein gewinnen als etwas, das sowohl „wissendes Subjekt“ als auch „gewusstes Objekt“ ist, dann können Sie das erkennen, was „ursprünglicher Geist“ genannt wird und unbeeinflusst ist von „mögen“ und „nicht mögen“, von „haben wollen“ und „nicht haben wollen“. Wenn der Geist nicht in viele verschiedene Funktionen zersplittert ist,   kann sein natürlicher Zustand der leuchtenden Klarheit und des Wissens erkannt werden, und wenn Sie in diesem Zustand verweilen, dann wird die Erfahrung der leuchtenden Klarheit und des Wissens zunehmen. Da die innere und eigentliche Natur sogar des Hasses leuchtende Klarheit und Wissen ist, wird sich der Hass allmählich in die Natur des Bewusstseins hinein auflösen.


Dr. med. Ulrich Bauhofer , Aufbruch zur Stille, Verlagsgruppe Lübbe (1997).

Wenn der Geist sich von Aktivität leert, füllt er sich mit Stille. Wenn er dabei immer wacher wird, erkennt er immer deutlicher seine innerste Struktur – den Veda. Das Wissen der Natur, der Veda, existiert auch ohne das, was es hervorbringt, für immer und überall, jenseits von Raum und Zeit.

 

Ein Frosch, der im Brunnen sitzt, beurteilt das Ausmass des Himmels nach dem Brunnenrand. (Chinesisches Sprichwort)

Nur aus der Sicht der Ganzheit, aus einem ganzen Bewusstsein heraus, kann unser Intellekt eine Entscheidung treffen, die allen teilen gefällt und damit der Ganzheit dient.

 

Das Geheimnis des Gleichgewichts versteckt sich in der Dynamik, und zwar in der unendlichen Dynamik, denn sie allein schafft die Einheit. Wir könnten sagen: Die unendliche Dynamik bildet den Klebstoff der Einheit.


Wolfgang Goethe, Faust Teil 1.

Du gleichst dem Geist, den du begreifst. (Geist)


Fritjof Capra , Das Tao der Physik, Scherz Verlag (1995).

Die Chinesen glauben wie die Inder, dass es eine letzte Realität gibt, die den von uns beobachteten Dingen und Ereignissen zugrunde liegt und die sie vereinigt:

Es gibt die drei Ausdrücke – „vollkommen“, „allumfassend“, „das Ganze“. Diese Namen sind verschieden, aber die in ihnen zu suchende Realität ist die gleiche: Bezug auf das Eine.

Sie nannten diese Realität das „Tao“, was ursprünglich „Weg“ bedeutete. Es ist der Weg oder der Prozess des Universums, die Ordnung der Natur.


Gregory Bateson , Geist und Natur, Suhrkamp (1987).

Die Kriterien des Geistes, dire mir in ihrem Zusammenwirken diese Lösung zu erbringen scheinen, werden hier aufgeführt, um dem Leser einen vorläufigen Überblick über das zu geben, Was beabsichtigt ist.

1) Ein Geist ist ein Aggregat von zusammenwirkenden Teilen oder Komponenten.

2) Die Wechselwirkung zwischen Teilen des Geistes wird durch Unterschiede ausgelöst, und ein Unterschied ist ein nichtsubstantielles Phänomen, das nicht in Raum oder zeit lokalisiert ist; Unterschiede sind eher mit Negentropie und Entropie als mit Energie verwandt.

3) der geistige Prozess braucht kollaterale Energie.

4) Der geistige Prozess verlangt zirkuläre Determinationsketten.

5) Im geistigen Prozess müssen die Auswirkungen und Unterschiede als Umwandlungen von vorausgegangenen Ereignissen aufgefasst werden. Die Regeln dieser Transformationsprozesse enthüllen eine Hierarchie von logischen Typen, die den Phänomenen immanent sind.

Ich werde so argumentieren, dass Phänomene, die wir Denken, Evolution, Ökologie, Leben, Lernen und so weiter nennen, nur in Systemen auftreten, die diesen Kriterien genügen.


Fritjof Capra , Verborgene Zusammenhänger, Scherz Verlag (2002).

Eine wahre Wissenschaft vom Bewusstsein müsste eine neue Art von Naturwissenschaften sein, die sich mehr mit Qualitäten als mit Quantitäten befasst und mehr auf gemeinsamen Erfahrungen als auf verifizierbaren Messungen beruht. Die Daten einer solchen Naturwissenschaft würden Erfahrungsmuster sein, die sich weder quantifizieren noch analysieren lassen. Andererseits müssten die begrifflichen Modelle, die diese Daten miteinander verknüpfen, logisch stimmig sein wie alle wissenschaftlichen Modelle und könnten sogar quantitative Elemente enthalten.


Ken Wilber, Ganzheitlich handeln, Arbor Verlag (2001).

Integral – dieses Wort bedeutet integrieren, zusammenführen, vereinigen, vernetzen, umfangen. Dabei geht es nicht um Uniformität und nicht um ein Ausbügeln all der wunderbaren Unterschiede, Farben und Zickzacklinien der regenbogenfarben Menschheit. Es geht vielmehr um eine Einheit in der Vielfalt, in der man Gemeinsamkeiten zusammen mit unseren wundervollen Unterschieden geniessen kann.

 

Entwicklung beinhaltet also zu einem erheblichen Masse abnehmenden Narzissmus und wachsendes Bewusstsein – oder die Fähigkeit, andere Menschen, Orte, und Dinge zu berücksichtigen und somit jedem Fürsorge zukommen zu lassen.



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