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Humberto R. Maturana & Francisco J. Varela
, Der Baum der Erkenntnis, Scherz Verlag (1987).
Die Erfahrung von jedem Ding „da draussen“ wird auf eine spezifische Weise durch die menschliche Struktur konfiguriert, welche „das Ding“, das in der Beschreibung entsteht, erst möglich macht. Diese Zirkularität, diese Verkettung von Handlung und Erfahrung, diese Untrennbarkeit einer bestimmten Art, wie die Welt uns erscheint, sagt uns, dass jeder Akt des Erkennens eine Welt hervorbringt.
Jedes tun ist Erkennen, und jedes erkennen ist tun. Erkennen ist effektive Handlung, das heisst, operationale Effektivität im Existenzbereich des Lebewesens.
Die eigentümliche Charakteristik eines autopoietischen Systems ist, dass es sich sozusagen an seinen eigenen Schnürsenkeln emporzieht und sich mittels seiner eigenen Dynamik als unterschiedlich vom umliegenden Milieu konstituiert. Ei Lebewesen ist durch seine autopoietische Organisation charakterisiert. Verschiedene Lebewesen unterscheiden sich durch verschiedene Strukturen, sie sind aber in Bezug auf ihre Organisation gleich.
Die Ontogenese ist die Geschichte des strukturellen Wandels einer Einheit ohne Verlust ihrer Organisation. Dieser strukturelle Wandel findet in der Einheit in jedem Augenblick statt: entweder ausgelöst durch aus dem umgebenden Milieu stammende Interaktionen oder als Ergebnis der inneren Dynamik der Einheit. Die zelluläre Einheit „sieht“ und ordnet ihre ständigen Interaktionen mit dem Milieu immer im Sinne der Struktur, welche wiederum im Zuge ihrer inneren Dynamik ebenfalls in ständigem Wandel begriffen ist. Das allgemeingültige Ergebnis hiervon ist, dass der ontogenetische Wandel einer Einheit bis zu ihrer Auflösung (Desintegration) nicht aufhört.
Jede Ontogenese als die individuelle Geschichte strukturellen Wandels ist ein Driften von Strukturveränderung unter Konstanthaltung der Organisation und daher unter Erhaltung der Anpassung. |
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Wolfgang Goethe,
Faust Teil 1.
Alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht. (Mephisto) |
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Heinz von Foerster,
Sicht und Einsicht,
Carl-Auer-Systeme Verlag (1999).
In jedem Augenblick unseres Lebens sind wir frei, auf die Zukunft hin zu handeln, die wir uns wünschen.
Mit anderen Worten, die Zukunft wird so sein, wie wir sie sehen und erstreben. Dies kann nur für diejenigen ein Schock sein, die ihr Denken von dem Prinzip leiten lassen, dass für die Zukunft nur die Regeln gelten sollen, die in der Vergangenheit befolgt wurden. Für diese Menschen ist die Vorstellung einer „Veränderung“ unbegreiflich, denn Veränderung ist der Prozess, der die Regeln der Vergangenheit auslöscht. |
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Charles M. Savage,
Fifth Generation Management,
vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich (1997).
Was uns zusammenhält, ist im Prinzip unsere Fähigkeit, gegenseitig unsere Erwartungen und Visionen zu nutzen, unsere Fähigkeit, gemeinsame Vorstellungen zu entwickeln. Ausserdem besitzt jeder von uns Talente, die wir – je nach Marktchance – immer wieder neu kombinieren können. |
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Dr. med. Ulrich Bauhofer
, Aufbruch zur Stille, Verlagsgruppe Lübbe (1997).
Wir leben im Umbruch, und wir sind in der Krise. Gewiss: Krisen gab es immer. Aber diese ist anders. Sie ist grundsätzlich. Sie betrifft alles, unser Leben als Ganzes. Wirtschaftskrise, Sozialkrise, Umweltkrise, Krise der inneren Sicherheit, Krise der Lebensform, Gesundheitskrise. Doch Krisen sind auch Chancen.
Der uralte Begriff Ayur-Veda kommt aus dem Sanskrit und heisst das „Wissen vom Leben“. Ayus bedeutet Leben, Veda bedeutet Wissen. Die Grundlage von Leben ist Wissen; Wissen allein zeugt Leben. Wissen und Leben gehören zusammen. Um das Leben zu verstehen, müssen wir „das Wissen“ verstehen, wir müssen begreifen, was der Veda ist. |
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Fredmund Malik, Führen Leisten Leben, Wilhelm Heyne Verlag (2000).
Über die Vorzüge des Telefons muss man nicht diskutieren. Es hat aber auch den Nachteil, dass es zur Verschlampung der Kommunikation beigetragen hat, was sich durch das Mobiltelefon noch einmal massiv verstärkt.
Als Telefonieren noch teuer war und auch im Geschäftsleben eher als Luxus galt, hat man seine Telefonate gut vorbereitet. Man wusste genau, was man sagen musste und wollte. Man hat sich kurz gefasst und war prägnant und präzise. Mit den heutigen viel niedrigeren Telefonkosten hat nicht – wie so viele glauben – die Kommunikation zugenommen, sondern das Geschwafel.
In Wahrheit benötigt die Schriftlichkeit nicht mehr Zeit, sondern weniger. Sie spart Zeit. Die Schriftlichkeit, gerade die elektronische, macht unabhängig von persönlicher Anwesenheit. Das Wichtigste aber: Die Schriftform gibt Gelegenheit, ja sie zwingt dazu nachzudenken.
Immer öfter muss man leider feststellen, dass selbst Personen mit anspruchsvoller akademischer Ausbildung die einfachsten Regeln der sachlichen und logischen Gliederung eines Textes nicht beherrschen. Sie scheinen nicht in der Lage zu sein, Struktur in einen Text zu bringe; und unvermeidlich drängt sich die Frage nach der Struktur in ihrem Denken auf.
Aber auch der sprachliche Ausdruck als solcher, die Grammatik, die Wortwahl, von Rechtschreibung und Zeichensetzung ganz zu schweigen, entsprechen kaum den Standards an Klarheit und Präzision, die in einer Organisation nötig sind. Wie ich andernorts schon sagte, ist vieles in den heutigen Organisationen so abstrakt, dass es der Sinneswahrnehmung nicht mehr zugänglich ist.
Eine letzte Unsitte, die ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist die Verdrängung des Hochformats durch das Querformat für schriftliche Berichte. Querformatige Blätter, möglichst wenig Text, Stammelsprache in möglichst grosser Schrift – wir sind damit hinter das Niveau von Bilderbüchern für vierjährige Kinder zurückgefallen. Wie weit lässt man sich eigentlich als Manager die Infantilisierung der Kommunikation noch gefallen? |
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Danke für Ihre Aufmerksamkeit! |
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